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| Christan & sein 30er Ford A |
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Schrauben, das war schon immer seine Leidenschaft. Angefangen mit einem Simson S50? Nein, mein erstes richtiges Schrauberobjekt war eine AWO, billig ergattert und total runter, aber mit Substanz und Seele. Hattest du nicht von klein auf schon Hotweels in deiner Spielzeugkiste, so meine Frage. Hotweels, Nee. Er lachte. Ich brauchte immer etwas reales zum draufrummreiten, so Christian. Mein erstes Fahrzeug war ein gepimmtes Liliput Kettcar, was es zu Zonenzeiten gab, Vater hatte mir da Schubkarrenräder dran gebastelt. Sah cool aus, fuhr aber nicht gescheit. Wo er das Ding her hatte ist mir bis heute ein Rätzel.Wie gesagt, das erste Motorisierte Bastelobjekt war die AWO, da war ich ca. 20 Jahre alt. AWO, haha, viel geschraubt, wenig gefahren. Das war´s irgendwie nicht. Durch Zufall kam ich auf eine alte Harley Pennant. Das war ein geiles Gefährt, die lief und lief. Ich habe sogar einmal in Finsterwalde damit gewonnen, strahlt Christian mich an. Die Harley, … schweigen. Das war schon so etwas wie Liebe. Wehmütig schaut er von unserer Bank aus über den Ort zum Wald rüber. …ja die Harley. Ich habe sie dann aber doch verkauft, nach Stuttgart. Jetzt wollte ich etwas mit vier Rädern, wo man auch bei schlechtem Wetter vorwärts kommt und auch mal drin pennen kann. Ah ja, bist dann in die Generation Golf eingestiegen, sagte ich. Golf? Ja hatte ich auch mal, kurz, dann zerschossen. Meine nächste wunderbare Liebe galt einem 52er Buig Coupé, alles Original, nur Tiefer gelegt. Ein Traum von einem Auto, original Patina, so Christian. Stolz zeigte er mir ein Foto. Tja, so Christian, ich musste in dann aber weggeben, das Haus hatte Vorrang und so ging mein ganzes Geld zwei Jahre lang in die Hütte hier. Die Idee zu einem neuen Ami brodelte aber weiter in mir. Seit 10 Jahren war der Wunsch eigentlich ein Urgestein der Renngeschichte zu besitzen, einen Hot Rod. Wenn ich Zeit hatte schaute ich immer mal im Internet, in einem renommierten Auktionshaus, was der Markt so her gab. Ich fand dort auch das ideale Objekt für mich. Ein 32er Roadster in Holland. Nach einigen Telefonaten stellte sich aber heraus das, das Teil schon verkauft war. Etwas später hörte ich dann aber von einem Rod der in Österreich stand und kurz beim Auktionshaus gelistet war. Ich bekam relativ schnell die Mail des Verkäufers heraus und so begann ein munterer Datentransfer, der aber zu keinem Resultat führte. Also her mit der Telefonnummer und Nägel mit Köpfen gemacht. Aber so richtig durchringen und das Ding kaufen konnte ich mich nicht. Nochmal drüber schlafen, war mein Gedanke. Abends Party mit Besäufnis. Halb im Koma hab ich mich dann noch vor den Rechner gesetzt und für den Karren eine Anzahlung rausgegeben. Erzählt habe ich es niemanden, so Christian. Am folgenden Tag hab ich dann meinen Kumpel geweckt, Hänger angehengt und ab nach Österreich. Wie sich der „Kater“ dann langsam gelegt hat wurden die Gedankengänge auch wieder klarer! Ach du Scheiße, was haste denn nun wieder angerichtet. Na egal, nun bin ich unterwegs. Bei strömenden Regen den Karren verladen und zurück nach Hause. Nun war mein ältester Traum Wirklichkeit geworden, ich war stolzer Besitzer eines hässlichen aber waschechten Hotrods. Irgendwo auf der Autobahn bekam ich dann einen Anruf. „Ey Chrissi, was zerrst du denn da hinter dir her? Hast du jetze nen Hotrod?“ Als ich daheim ankomme steht das halbe Dorf vor meiner Garage. Die Lager sind extrem Geteilt. Von „Was ist denn das?“ bis „Mega Geil“ war alles dabei. Eigentlich wollte ich das Teil ja klammheimlich in der Garage versenken und meiner Frau in Ruhe erklären, das ich mit dem Gedanken spiele mir einen Hotrod zu kaufen. Tja daraus wurde dann nix, wie man sich denken konnte. Die Jungs hab ich dann alle heim geschickt. Als nächstes erst mal Küchentisch und Moralpredigt abgeholt. Egal was da kam, für mich stand fest, „Ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss.“ Nach ein paarStunden schlaf dann Schleifmaschine raus und die Kirmesbude, das Ding war Lila mit Sternen, abgeschliffen, das war am Sonntagmorgen um 9.00 Uhr. Anschließend kamen dann 10Dosen Mattschwarz drauf. Inzwischen sind dann auch die Räder lackiert, neue Ventildeckel drauf, 600er Edelbrock drauf, Fenster eingebaut, das Gasgestenge umgebaut, da sind mir immer die Füsse eingeschlafen und demnächst noch ne neue Nockenwelle rein. Bezahlt ist sie schon, muss sie nur noch beim Zoll auslösen. Ach ja und ein neuer Luftfilter kommt auch noch drauf. Ist das jetzt dein Letzter? Frage ich Christian. Er grinst wieder. Nee ich glaub nicht, der Jäger und Sammler der Urzeit regt sich weiter in mir, das Stöbern in Fachblättern und Internet ist ja auch immer spannend. Wenn da mal wieder etwas geiles dabei ist, werde ich wohl abermals zuschlagen, Blut habe ich nun mal geleckt und bin vom Hotrodfieber befallen, so Christian. Sehen werdet ihr ihn sicher demnächst auch auf der ein oder anderen 1/8 Meile, aber so direkt geplant ist erstmal nix. Das Dorf unsicher machen ist erst mal mein Motto, bis er richtig läuft und alle Mängel beseitigt sind.
Technische Daten: ca. 250 PS, Chevy Smallblock 5700 ccm, Getriebe: TH 350, 600 Edelbrock Vergaser, Offenhauser Ventildeckel, Camaro Hinterachse, 30er Karosse-6Zoll gechoppt, original Lampen, original Instrumente, 52er Buig Rückleuchten, 32er Grill |
